Diesseits der Oder. Frankfurter Vorlesungen Broschiert

Artikelnummer: 9783865990556

Kategorie: Kultur


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Was ist die Rolle der Literaturwissenschaft im Ensemble kulturwissenschaftlicher Fakultten? Der kulturwissenschaftliche Quellenwert der Literatur und das in ihr angesammelte, durch sie definierte kulturelle Kapital liegt auf der Hand; seine methodische, curriculare Bedeutung ist damit aber kaum erst erfasst. Was lohnt sich zu wissen und unter welchen Begriffen von Wissen ist es zu fassen? Lebenswissen kann nicht nur das des eigenen, leitkulturell geteilten Lebens sein. Hermeneutische Skepsis allein, auch methodische Funktionalitt allein, ist der Last der Bilanzen, dem Ausma der Latenzen nicht gewachsen, die das kulturelle Kapital: die in den Werken der Literatur, der Kunst und der Philosophie mitgefhrten und bearbeiteten, verkannten oder auch verleugneten Hypotheken in sich tragen. Der Kanon, der in den Blick zu nehmen ist als der Stoff, aus dem die Kultur ist: die Masse der wirkungsmchtigen literarischen, philosophischen, wissenschaftlichen Texte und Bilder war lange genug ein von nationalen Phantasmen umgetriebenes Phantom. Eine post-nationale Philologie muss ihn beim weltpolitischen Stand der Dinge als einen offenen, konflikthaften Prozess begreifen. An der Stelle der methodisch schwachen komparatistischen Versionen des europischen Kanons, in denen die nationalliterarischen Stereotypen fortlebten, ja mit Flei herausprpariert waren, braucht die kulturanalytische Revision nicht so sehr neue Werke zu deren Auffindung war die alte Philologie allemal in der Lage als neue Kriterien: analytische (formale, strukturelle, funktionale), politische (geschlechterpolitische, geo- und biopolitische). Keine neuen Ereignisse sind aufzufinden, sondern im Gegenteil deren weltliterarisch ausgreifende, raum-zeitliche Dynamik: Interaktionen, Rezeptionen, Latenzen.

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